Vergleichsrechnung Nachsteuer-Ergebnis (Fonds-) Riester, Rürup & Sparplan

Bild RechnerNachfolgende Informationen dienen zum Verständnis und können keine Steuerberatung ersetzen. Grundsätzlich sollte deshalb bei jeder Kapitalanlage ein Steuerberater zu Rate gezogen werden. Auch müssen sämtliche Abrechnungen, Steuermitteilungen usw. zu den besparten Fonds sorgfältig aufbewahrt werden.

In den Vergleichen weiter unten berücksichtigen wir keine Zulagen und rechnen bei allen Produkten mit gleichem Beitrag von 100,-€. Dadurch erhält der Sparer ein realistischeres Bild über die tatsächliche 'Rentabilität' der Riester- und Rüruprente.

Die Fehlbeträge im Vergleich zum normalen, ungeförderten Fondssparplan erfordern meist mehr als das Doppelte an Einzahlungen, um später zumindest theoretisch die gleiche Rente wie beim ungeförderten Fondssparplan zu erhalten. Lesenswert ist auch eine versicherungsinterne Berechnung. zum Beitrag "Riester-Rente"  Trotz Zulagen & Steuervorteile weniger Kapital/Rente [pdf]

Im Übrigen vergleichen wir nur die staatlich geförderten (Fonds-) Produkte mit einem normalen, reinen Fondssparplan. Von der Riester- oder Rüruprente mit einer klassischen Kapitallebens- oder privaten Rentenversicherung ist grundsätzlich abzuraten. Ein großer Teil unserer Internetseite widmet diesem Thema. zum Beitrag "klassische Kapitalversicherung"

 

 

Für nachfolgende Vergleiche von <Riester> und <Rürup> mit <Fondssparplan> gilt:

 

Bild Dreieck

 

Riesterrente (fondsgebundene Versicherung)

 

Gerechnet mit Nettorendite von 4% pro Jahr (Wertentwicklung der Fonds: 8% p.a.)

Nach einer Studie der Frankfurt School of Finance & Management und eigene Angaben eines Versicherers vermindert die Sicherstellung der eingezahlten Beiträge die Fondsrendite langfristig um 3-5% pro Jahr. Erwirtschaftet ein Fonds ohne Beitragsgarantie eine Rendite von z.B. 8% p.a., so bleibt beim selben Fonds mit Beitragsgarantie im Durchschnitt nur 3-5% p.a. übrig. Abschluss- und Verwaltungskosten vermindern die Rendite nochmals um ca. 1-1,5% p.a.. Wir rechnen mit großzügigen 4% p.a.

 

So errechnet sich die Höhe der Riesterrente:

Ablaufleistung (bei mtl. 100,-€, 35 Jahre und bei 4% p.a. - inkl. Überschüsse) [90.298,‑€]
Rente 5% p.a. (inkl. Überschüsse - nicht garantiert!) ergibt  jährlich 4.515,-€ und dadurch monatlich 376,-€
Minus Steuer (100% der Rente wird versteuert mit pers. Steuersatz von z.B. 20%)   376,-€ x 1,00 x 0,20  -75,-€
Mtl. Auszahlung     (Nachsteuer-Rente)   376,-€ - 75,-€ 301,-€

ACHTUNG: Kapital nicht mehr verfügbar, weil Verrentung über Versicherung (sofortbeginnende Rentenversicherung)

 

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Riesterrente (Fondssparplan)

 

Gerechnet mit Nettorendite von 4,7% pro Jahr (Wertentwicklung der Fonds: 8% p.a.)

Nach einer Studie der Frankfurt School of Finance & Management vermindert die Sicherstellung der eingezahlten Beiträge die Fondsrendite langfristig um 3-5% pro Jahr. Erwirtschaftet ein Fonds ohne Beitragsgarantie eine Rendite von z.B. 8% p.a., so bleibt beim selben Fonds mit Beitragsgarantie im Durchschnitt nur 3-5% p.a. übrig. Abschluss- und Depotkosten vermindern die Rendite nochmals um ca. 0,3-1% p.a.. Wir rechnen mit großzügigen 4,7% p.a.

 

So errechnet sich die Höhe des Riester-Fondssparplan:

Ablaufleistung (bei mtl. 100,-€, 35 Jahre und bei 4,7% p.a. - inkl. Überschüsse) [104.476,‑€]
Rente 5% p.a. (inkl. Überschüsse - nicht garantiert!) ergibt  jährlich 5.224,-€ und dadurch monatlich 435,-€
Minus Steuer (100% der Rente wird versteuert mit pers. Steuersatz von z.B. 20%)   435,-€ x 1,00 x 0,20  -87,-€
Mtl. Auszahlung     (Nachsteuer-Rente)   435,-€ - 87,-€ 348,-€

ACHTUNG: Kapital nicht mehr verfügbar, weil Verrentung über Versicherung (sofortbeginnende Rentenversicherung)

 

Entscheidet sich der Kunde zu Rentenbeginn für den Fonds-Auszahlplan (anstelle Verrentung über Versicherung), so ergibt sich eine Rente von ca. 453,-€. Das Gesamtkapital ist nicht verfügbar. Lediglich die Hinterbliebenen erhalten bei Tod vor 85 das Restguthaben.

 

 

 

 

 

 

Rüruprente (fondsgebundene Versicherung)

 

Gerechnet mit Nettorendite von 4% pro Jahr (Wertentwicklung der Fonds: 8% p.a.)

Nach einer Studie der Frankfurt School of Finance & Management und eigene Angaben eines Versicherers vermindert die Sicherstellung der eingezahlten Beiträge die Fondsrendite langfristig um 3-5% pro Jahr. Erwirtschaftet ein Fonds ohne Beitragsgarantie eine Rendite von z.B. 8% p.a., so bleibt beim selben Fonds mit Beitragsgarantie im Durchschnitt nur 3-5% p.a. übrig. Abschluss- und Verwaltungskosten vermindern die Rendite nochmals um ca. 1-1,5% p.a.. Wir rechnen mit großzügigen 4% p.a.

 

So errechnet sich die Höhe der Rüruprente:

Ablaufleistung (bei mtl. 100,-€, 35 Jahre und bei 4% p.a. - inkl. Überschüsse) [90.298,‑€]
Rente 5% p.a. (inkl. Überschüsse - nicht garantiert!) ergibt  jährlich 4.515,-€ und dadurch monatlich 376,-€
Minus Steuer (100% der Rente wird versteuert mit pers. Steuersatz von z.B. 20%)   376,-€ x 1,00 x 0,20  -75,-€
Mtl. Auszahlung     (Nachsteuer-Rente)   376,-€ - 75,-€ 301,-€

ACHTUNG: Kapital nicht verfügbar, da kein Anspruch auf das Guthaben besteht.

 

Anmerkung: Theoretisch ließe sich bei der Rüruprente eine höhere Rente erzielen, da vom Gesetzgeber ein Erhalt der eingezahlten Beiträge nicht vorgeschrieben ist. Jedoch lässt sich die Beitragsgarantie gar nicht bei jedem Anbieter abwählen. Der Wert der Nachsteuerrente einer Rüruprente ohne Beitragsgarantie würde monatlich ca. 574,-€ betragen. Zu beachten ist auch, dass vom Versicherer immer nur eine begrenzte Auswahl an (hauseigenen) Fonds angeboten wird, was langfristig die Rendite oft schmälert.

 

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Rüruprente (Fondssparplan)

 

Gerechnet mit Nettorendite von 4,7% pro Jahr (Wertentwicklung der Fonds: 8% p.a.)

Nach einer Studie der Frankfurt School of Finance & Management vermindert die Sicherstellung der eingezahlten Beiträge die Fondsrendite langfristig um 3-5% pro Jahr. Erwirtschaftet ein Fonds ohne Beitragsgarantie eine Rendite von z.B. 8% p.a., so bleibt beim selben Fonds mit Beitragsgarantie im Durchschnitt nur 3-5% p.a. übrig. Abschluss- und Depotkosten vermindern die Rendite nochmals um ca. 0,3-1% p.a.. Wir rechnen mit großzügigen 4,7% p.a.

 

So errechnet sich die Höhe des Rürup-Fondssparplan:

Ablaufleistung (bei mtl. 100,-€, 35 Jahre und bei 4,7% p.a. - inkl. Überschüsse) [104.476,‑€]
Rente 5% p.a. (inkl. Überschüsse - nicht garantiert!) ergibt  jährlich 5.224,-€ und dadurch monatlich 435,-€
Minus Steuer (100% der Rente wird versteuert mit pers. Steuersatz von z.B. 20%)   435,-€ x 1,00 x 0,20  -87,-€
Mtl. Auszahlung     (Nachsteuer-Rente)   435,-€ - 87,-€ 348,-€

ACHTUNG: Kapital nicht verfügbar, da kein Anspruch auf das Guthaben besteht.

 

Anmerkung: Theoretisch ließe sich bei der Rüruprente eine höhere Rente erzielen, da vom Gesetzgeber ein Erhalt der Beiträge nicht vorgeschrieben ist. Jedoch fanden wir bisher nur Rürup-Fondssparpläne mit Beitragsgarantie oder mit speziellen 'Zielfonds'. Der Wert der Nachsteuerrente einer Rüruprente ohne Garantie würde beim günstigsten Anbieter mtl. ca. 672,-€ betragen.

 

 

 

 

 

 

Fondssparplan (wie wir ihn anbieten)

Fälschlicherweise glauben viele, dass die Rendite eines Fonds oder die Rentenzahlungen aufgrund der Abgeltungssteuer um 25% gemindert würden. Dem ist jedoch nicht so! Steuer-Irrtümer

Zunächst sollte man wissen, dass sich die Erträge aus einer Fondsanlage sich in sog. "Zinsen", "Dividenden" und "Kursgewinne" unterteilen lassen. Mit Einführung der Abgeltungssteuer werden nun seit 2009 automatisch 25% dieser Erträge an das Finanzamt abgeführt. Dabei gilt:

 

  • Zinsen und Dividenden werden jährlich mit 25% besteuert.

    Mit einem ausreichenden Freistellungsauftrag kann der Abzug für die nächsten Jahre vermieden werden.

  • Kursgewinne hingegen werden erst zum Zeitpunkt des Verkaufs mit 25% besteuert.

    Bei einem Komplettverkauf des Fondsguthabens wären das die bekannten 25% auf den Kursgewinn-Anteil. Meist ist jedoch eine monatliche Rente gewünscht, weshalb ein Komplettverkauf entfällt. Man entnimmt dann durch einen so genannten Entnahmeplan nur kleine 'Häppchen', aus denen lediglich der anteilige Kursgewinn zu versteuern ist.

    Damit der Anleger die angesammelten Zinsen und Dividenden beim Verkauf seiner Fondsanteile letztlich nicht nochmals versteuern muss (Doppelbesteuerung), hat der Gesetzgeber folgendes geregelt: Der Anleger kann seinen Veräußerungsgewinn beim Verkauf um die bis dahin entstandenen Thesaurierungsbeträge (Zinsen und Dividenden) bereinigen, d.h. abziehen. Bei einer Inlandsverwahrung eines in Deutschland gegründeten thesaurierenden Fonds übernimmt dies die depotführende Stelle (z.B. FIL Fondsbank). Bei ausländisch thesaurierenden Fonds muss dem Finanzamt nachgewiesen werden, dass Zinsen und Dividenden bereits versteuert wurden.

  • Die Steuer wird direkt von der Bank abgeführt. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern.

    Bei ausländischen thesaurierenden Fonds (das sind Fonds welche Zinsen und Dividenden automatisch wiederanlegen) erfolgt kein automatischer Abzug. Zinsen und Dividenden von ausländischen thesaurierenden Fonds müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Diesen Aufwand ersparen wir unseren Kunden durch gezielte Auswahl von steuerlich einfacheren Varianten. Fondsvarianten

  • Zuzüglich Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer ergibt sich ein max. Steuersatz von 28%.
  • Ist Ihr persönlicher Steuersatz niedriger als der Abgeltungssteuer-Satz, so wird Ihnen die Differenz im Rahmen der Einkommensteuererklärung zurückerstattet.

 

Investmentsteuerreformgesetz 2018

Die Besteuerung des Anlegers wird ab dem Jahr 2018 teilweise auf den Fonds verlagert. Der Fondsverband BVI geht davon aus, dass es dabei unter dem Strich für den Sparer praktisch zu keiner Mehrbelastung kommt. Aus diesem Grund passen wir unsere Berechnungen auch nicht an. Falls dadurch ggf. eine Teilfreistellung nicht berücksichtigt wird, fällt das wirkliche Ergebnis dann sogar etwas besser aus als in unseren Berechnungen.

 

In unserem Beispiel nehmen wir folgende Werte an:

  • Ausgabeaufschlag regulär 5%, abzüglich 100% Rabatt: 0%
  • Depotgebühren: 0,25% des Fondsvermögens; mind. 25,-€ max. 50,-€ (FIL Fondsbank)
  • Die Rendite der Fonds wird mit 8% angenommen. Davon 7% aus Kursgewinnen und 1% aus Zinsen und Dividenden.   Bei der Durchsicht der Depots und Steuermitteilungen stellten wir bislang lediglich geringe steuerpflichtige Erträge von ca.  0,5% bis 1% p.a. fest.   
  • Von diesen 1% p.a. wird seit 2009 jährlich max. 28% an das Finanzamt abgeführt. Dies mindert die Nettorendite auf 7,72 % pro Jahr.

    Das Finanzamt vermindert durch die Abgeltungssteuer + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer die Rendite um 0,28% p.a. (0,28% = 1% x 0,28). Dadurch ergibt sich eine Nettorendite von 7,72% pro Jahr.

    Die Ablaufleistung in Höhe von 196.361 Euro besteht aus bereits versteuerten Zinsen und Dividenden (7,5%), der Summe der eingezahlten Beiträge (21%) sowie aus zu versteuernden Kursgewinnen (71,5%).

 

So errechnet sich die Höhe der Nachsteuer-Rente beim Fondssparplan:

Ablaufleistung bei mtl. 100 €, 35 Jahre und bei 7,72% Nettorendite p.a. abzgl. Depotgebühren FFB 196.361,‑€
Rente 5% p.a. ergibt  jährlich 9.818,-€ und dadurch monatlich 818,-€
Minus Steuer (71,5 % der Rente wird versteuert mit Abgeltungssteuer, max. 28%)   818,-€ x 0,715 x 0,28  -164,-€
Mtl. Auszahlung     (Nachsteuer-Rente)   818,-€ - 164,-€ 654,-€

Im genannten Beispiel bleibt Ihr Kapital erhalten und verfügbar. Die Höhe der Rentenauszahlung ist frei wählbar

 

Übrigens: Die Höhe der Rentenauszahlung ändert sich durch die Abgeltungssteuer nicht, denn die Steuer wird dem Gesamtfondsvermögen entnommen (und nicht bei den monatlichen Auszahlungen). Zum besseren Vergleich der Größenordnung ist in obiger Tabelle die Abgeltungssteuer jedoch bei den monatlichen Entnahmen eingerechnet.

 

Tipp:  Durch Ausschöpfen des persönlichen Sparerfreibetrages kann die Besteuerung sogar noch reduziert werden. Denn nur die Kapitalerträge, welche 750,-€/1.500,-€ (ledig/verheiratet) übersteigen, werden besteuert. Zusammen mit der Werbungskostenpauschale von 51,-€/102,-€ (ledig/verheiratet) ergibt sich ein Gesamtfreibetrag von 801,-€/1.602,-€.

Bei den obigen Berechnungen zum Fondssparplan wurde mit max. Steuersatz (28%) und ohne Freistellungsauftrag gerechnet.

 

 

Entwicklung eines Entnahmeplans mit Entnahme von 5% p.a.

Entwicklung von 196.361,-€ bei einer Nachsteuerrendite von 7,72% p.a. trotz einer monatlichen Auszahlung von 818,-€ (= 5% p.a) über verschiedene Zeiträume.

Zeitraum Einmalanlage Mtl. Entnahme
vor Steuern  / nach Steuern
Depotwert*
20 Jahre 196.361,-€ 818,-€ / 654,-€ 412.979,-€
30 Jahre 196.361,-€ 818,-€ / 654,-€ 721.837,-€

Künftige Werte können höher oder niedriger ausfallen

*Abgeltungsteuer berücksichtigt
Künftige Werte können höher oder niedriger ausfallen