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Erfolglose Anleger

Warum viele Aktienfondsanleger schlecht abschneiden

Traurig aber wahr! Die allermeisten Anleger verfehlen ihr eigentliches Ziel - nämlich die Erlangung von Wohlstand. Von 1990-2009 z.B. erzielten durchschnittliche Anleger gerade einmal 3,2% Rendite pro Jahr, obwohl konservative Aktienfonds doch Renditen von über 8% pro Jahr erreichten.

Selbst in Boomphasen blieben die allermeisten Anleger weit hinter den erzielbaren Ergebnissen zurück. Nachfolgende Grafik vergleicht die Ergebnisse des durchschnittlichen Anlegers im Zeitraum 1984-2000 mit den Ergebnissen eines durchschnittlichen Aktienfonds.

 

Grafik Ergebnisse Aktienfondsanleger

Quelle: Dalbar-Studie

 

An dieser Grafik erkennt man wie sehr es von Vorteil ist sich nicht in die Anlagepolitik der Fondsmanager einzumischen. Die meisten denken, sie könnten durch eigenmächtiges Umschichten die Rendite Ihrer Anlage verbessern. Dabei irren sie sich gewaltig.

 

Der Grund, warum die meisten Aktienfondsanleger schlechte Resultate erzielen ist demnach fehlende Disziplin und fehlende Beständigkeit: Plötzlich wird eine Empfehlung eines Bekannten, Vermittlers, Analysten oder sogar eine Aussage aus einem Internetforum höher gewertet als die jahrzehntelange, nachweislich erzielte gute Rendite. Nun wird die seit Jahrzehnten bewährte Strategie "kaufen und halten eines guten Fonds" aus Angst oder Gier gemischt mit Unwissenheit verworfen.

 

 

Gründe für fehlende Disziplin und fehlende Beständigkeit
Nachfolgend zeigen wir die 6 häufigsten Gründe für den Misserfolg des durchschnittlichen Anlegers auf. Diese Fehler sind erfolgreichen Fondsmanagern, Finanzwissenschaftlern und auch dem US-Finanzanalysehaus "Dalbar" schon seit Jahrzehnten bekannt.

 

 

Grundlagen des Investments werden nicht verstanden

Aktienfonds unterliegen natürlichen Schwankungen. Diese ergeben sich aus dem täglichen Kauf und Verkauf an der Börse (Angebot und Nachfrage). Schwankungen haben daher keine Aussagekraft, ob die Wirtschaft gut oder schlecht dasteht.

Ferner unterliegen Aktienfonds auch zwischenzeitlichen Kursrückgängen (z.B. Crash). Oft werden diese Kursrückgänge vom Anleger falsch bewertet und animieren ihn zu bedenklichen Handlungen.

Bei Aktienfonds müssen Sie sich im Klaren sein, dass diese ausschließlich für die langfristige Anlage geeignet sind. Unter 'langfristig' verstehen wir einen Anlagezeitraum ab 10 Jahren und mehr. Um die Vorteile des Aktienfonds (Sicherheit, Rendite und Flexibilität) zu genießen muss man eben kurzfristige Schwankungen in Kauf nehmen. Schwankungen oder 'Crashs' schaden ja nicht direkt, sondern erst wenn man kurzfristig die Geduld verliert und dann mit Verlust verkauft.

 

Wenige Tage entscheiden über Erfolg oder Misserfolg!

Es gibt verschiedene durchgeführte Studien, die belegen: Durchschnittlich drei Tage pro Jahr entscheiden darüber, ob man überdurchschnittliche Gewinne erzielt oder nicht. Diese für den Anlageerfolg entscheidenden Tage sind vor allem in Zeiten des Pessimismus anzutreffen.

Beispiel: In verschiedenen 10-Jahres Perioden hatte der DAX durchschnittlich 9,4% pro Jahr zugelegt. Wenn Sie nur die besten 40 Tage verpassten, so hätten Sie einen Verlust von -4,3% pro Jahr erzielt. Studie [pdf; 70 KB]neues Fenster

Bild Kalender

 

WICHTIG! Falls Sie zu den Menschen gehören, die auf den richtigen Einstiegszeitpunkt warten, sollte Ihnen eines klar bewusst sein: Schon seit Jahrzehnten wird immer wieder durch namhafte Studien belegt, dass das "Abwarten auf bessere Zeiten" (ironischerweise) mit der häufigste Grund für den Misserfolg des durchschnittlichen Anlegers ist.

 

Bei einer Anlage in Aktienfonds lässt sich deshalb ein optimaler Einstiegszeitpunkt nicht vorhersehen. Oder anders betrachtet ist immer der jetzige Zeitpunkt optimal, da Ihnen dadurch die maximale Anlagedauer zur Verfügung steht (siehe Studie).

Bei Lebens- oder Rentenversicherungen ist der Sparer feste Laufzeiten von mindestens 12 Jahren gewohnt. Aus diesem Grund empfehlen wir für reine Aktienfondsanlagen ebenfalls einen Anlagehorizont von 12 Jahren (noch besser 15 Jahre).

 

 

Anleger richten ihre Entscheidungen nach Werbung und Medienbeiträgen aus

Verstehen Sie uns hier nicht falsch. Es geht nicht darum, zu behaupten, dass Aussagen aus Medienbeiträgen oder der Werbung nie der Wahrheit entsprechen würden. Werbung ist Werbung und Medienbeiträge sind schlicht und ergreifend einfach nur Medienbeiträge. Im Grunde wissen Sie doch selbst, dass diese nicht speziell für Ihr persönliches Wohlergehen erschaffen werden. Es geht um Umsatzzahlen und Einschaltquoten und das ist in gewisser Weise ja auch in Ordnung so.

Ob diese Aussagen jedoch einer für Sie akzeptablen Wahrheit entsprechen, steht auf einem anderen Blatt. Unter dem Strich haben Sie dann vielleicht eine Mischung aus Wahrheiten, Unwahrheiten und Halbwahrheiten; und diese haben die Anleger langfristig noch nie zu Erfolg geführt.

Vergessen Sie deshalb Prognosen. Das einzig Wahre sind also wieder ganz einfach: Nachprüfbare Fakten aus der Vergangenheit.

 

 

Anleger bewerten kurze Zeiträume und wählen Fonds schlicht nach Ranglisten aus

Wie bereits weiter oben beschrieben eignen sich Aktienfonds aufgrund kurzfristiger Schwankungen und Kursrückgänge ausschließlich für die langfristige Anlage. Folglich müssen bei Aktienfonds auch langfristige Zeiträume geprüft und bewertet werden. Unter 'langfristig' verstehen wir einen Anlagezeitraum ab 10 Jahren und mehr. Die Bewertung kurzer Zeiträume (z.B. 'Dreijahres-Performance') ist für eine Investitionsentscheidung bei Aktienfonds nicht geeignet.

Gerade deshalb sind Fonds-Ranglisten als Auswahlkriterium untauglich, denn sie vergleichen in aller Regel die 5-, 3- oder sogar 1-Jahres-Entwicklung der Fonds. Bereits eine kurzfristige Schwankung eines Fonds nach oben (oder unten) hat somit auf die Platzierung in der Rangliste erheblichen Einfluss. Eine gute Position in einem 3-Jahres Rating bedeutet demnach kaum etwas. Ratings

Ferner werden durch die schlichte Auswahl nach Fondsranglisten wichtige Auswahlkriterien außer Acht gelassen: Nämlich Fonds nach einem langfristigen Gesamtbild zu betrachten, nach rechtlichen Gesichtpunkten zu prüfen (wie/wo der Fonds investieren darf) und sich mit der Anlagestrategie auseinanderzusetzen (Anlagestrategie & internes Ziel).

Wir von Gegen-Altersarmut.de wählen Fonds nach strengen Richtlinien aus, weshalb wir von über 99 Prozent der verfügbaren Fonds abraten. Sie finden unsere Richtlinien und Entscheidungskriterien auch anhand von Beispielen unter folgendem Link: Unsere Auswahlkriterien

 

 

Anleger handeln nach Gefühl (Angst und Gier) und mutieren dadurch zu Spielern

Anleger glauben mit verschiedenen Strategien den zukünftigen Verlauf der Fonds vorhersehen oder zumindest erahnen zu können. Man versucht beispielsweise:

 

a) Fonds zum "richtigen" Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen (sog. "Markt-Timing"):

Der Versuch einen Kursverlauf vorherzusehen ist ein Glückspiel. In der ganzen Börsengeschichte ist bislang kein Mensch bekannt geworden, der auf diese Art dauerhaft zu Geld gekommen wäre.

Die anerkannteste "Markt-Timerin" war Elaine Garzarelli. Sie warnte die Anleger vor dem Crash 1987 und der Korrektur 1990 und wurde dafür hoch gelobt. Beachten Sie aber, dass solche Vorhersagen nicht gleichzeitig dafür sorgen Gewinne zu erzielen (d.h. am Höhepunkt zu verkaufen und beim Tiefpunkt wieder einzusteigen). Hoch und Tiefs kommen so schnell, dass der Anleger kaum eine reale Chance hat irgendwo in der Nähe eines Hochs oder Tiefs rechtzeitig zu reagieren.

Elaine Garzarelli geriet danach ins Stolpern. Elaines berühmtes Modell ließ Anhänger im Juni 1996 bei einem Stand des Aktienindex von 5.200 Punkten aussteigen und erst bei 7.000 Punkten wieder einsteigen. Durch diese Fehlentscheidung wurden wertvolle Gewinne verpasst.

Ein anderes Beispiel: In den Achtzigern hatte der S&P Index durchschnittlich 17,5% pro Jahr zugelegt. Wenn Sie nur die besten 40 Tage verpassten, so hätten Sie gerade einmal 3,9% pro Jahr erzielt. Der Markt ist sehr effektiv wenn es darum geht große Bewegungen zu Zeitpunkten zu vollführen, wo man es am wenigsten erwartet.

Es gibt verschiedene Studien, die belegen: Durchschnittlich drei Tage pro Jahr entscheiden darüber, ob man überdurchschnittliche Gewinne erzielt oder nicht. Diese für den Anlageerfolg entscheidenden Tage sind vor allem in Zeiten des Pessimismus anzutreffen. Kein Mensch ist in der Lage diese Tage dauerhaft vorauszusehen.

 

b) Anleger jagen den 'besten' Fonds hinterher, um die Gewinner zu erwischen:

Hier dominiert eindeutig die Gier. Die Aussicht auf große Gewinne lässt den Anleger die Ergebnisse in "Fonds-Ranglisten" von Finanz-Zeitschriften und Online-Portalen durchgehen. Es wird in die Fonds investiert, die derzeit gerade diese Fonds-Ranglisten anführen. Diese vermeintlich guten Fonds entwickeln sich dann meist nicht wie erwartet und werden wieder verkauft (oft mit Verlust). Der Fehler liegt hier in der Bewertung eines viel zu kurzen Zeitraumes - sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf. Ratings

Bild Pokale

 

c) Anleger bewerten nach kurzfristigen Kriterien, erwarten zuviel und werden ungeduldig:

Selbst bei ausschließlicher Auswahl langfristig guter Fonds ist es ein gravierender Fehler aufgrund kurzfristiger Wertentwicklungen vom einen in den anderen Fonds zu wechseln. Denn selbst wenn z.B. zwei Fonds langfristig die gleiche Durchschnittsrendite erzielen, so ist die Volatilität (Schwankungsbreite)  der Fonds durchaus unterschiedlich. Ein Wechsel in einen Fonds, nur weil dieser in den letzten Monaten und Jahren (kurzfristig) stärker gestiegen ist, bewirkt dadurch sehr oft das Gegenteil des vom Anleger erwarteten. Vereinfacht gesagt springt man bei kurzfristiger Bewertung also zwischen Spitzenfonds hin und her - jedoch meist zum falschen Zeitpunkt.

 

Als Begründung für den (geplanten) Fondswechsel wird "das plötzliche Schwächeln" eines Fonds genannt. Wie bereits erwähnt, liegt hier der Fehler in der Bewertung eines viel zu kurzen Zeitraumes.

Man wird demnach als Anleger immer wieder bestimmte Fonds aufgrund kurzfristig schlechterer Entwicklung  der z.B. letzten 3 Jahre ablehnen und andere Fonds aufgrund kurzfristig besserer Entwicklung bevorzugen. Bedingt durch die Fondsstrategie wird die vom Anleger erhoffte (bessere) Wertentwicklung jedoch meist nicht eintreten. Dann glaubt man eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, verkauft den Fonds wieder, und das Spiel beginnt von vorne.

Die Grafiken rechts verdeutlichen dies: Nehmen wir einmal an, Sie haben als Anleger in 'Fonds 1' investiert und entscheiden sich dann zum Zeitpunkt A aufgrund der rückblickend besseren Entwicklung  von 'Fonds 2' in diesen zu wechseln. Zum Zeitpunkt B wechseln Sie dann aber wieder in 'Fonds 1', da dieser ja einen geringeren Rückgang vorweisen kann. Als persönliches Ergebnis erreichen Sie nun die die wesentlich schlechtere, 'eigene Fondskurve' in Grafik 3. Es wäre also besser gewesen einen der beiden Fonds (oder auch beide) ohne Wechsel beizubehalten und sich nicht durch kurzfristige Schwankungen beeindrucken zu lassen.

Als Anleger sollte man deshalb wissen, dass es ist völlig normal ist, wenn gute Fonds im Vergleich zu anderen phasenweise schlechter abschneiden. Denn jeder Fonds hat seine eigenen favorisierten Aktien im Bestand, welche zu kurzfristig unterschiedlicher Performance führen kann.  Auch führen verschiedene Strategien des jeweiligen Fondsmanagements zu unterschiedlicher Volatilität (Schwankungsbreite) und somit zu kurzfristig abweichenden Ergebnissen. In der Praxis zeigt sich dies z.B. bei den Fondskurven des 'Lingohr Systematic' und des 'Astra-Fonds'.

Grafik 1 - Fonds mit geringerer Volatilität

Grafik 2 - Fonds mit höherer Volatilität

Grafik 3 - Erzieltes Ergebnis des Anlegers

Umschichtungen aufgrund kurzfristiger Entwicklung der Fonds erweisen sich für den Anleger in den meisten Fällen als äußerst nachteilhaft. Dies gilt selbst dann, wenn ausschließlich (langfristig) sehr gute Fonds bespart werden.

 

Der Fonds 'Lingohr Systematic' ist in der Regel voll in (unterbewerteten) Aktien investiert. Der von Dr. Jens Ehrhardt gemanagte 'Astra-Fonds' berücksichtigt neben der Auswahl von unterbewerteten Aktien auch die Stimmung an der Börse und zieht sich bei nervöser Stimmung (teilweise) aus dem Aktienmarkt zurück.

Dadurch kann ein 'Astra-Fonds' bei fallenden Kursen besser abschneiden als ein 'Lingohr Systematic'. Bei steigenden Kursen kehrt der 'Astra-Fonds' jedoch erst Schritt für Schritt wieder vollständig in den Aktienmarkt zurück, wodurch der Anstieg gemäßigter ausfällt. Hier macht nun der 'Lingohr Systematic' das Rennen, da dieser Fonds bereits zu Beginn des Anstiegs voll in Aktien investiert ist.

 

MERKE: Als Anleger muss man akzeptieren, dass auch bei Spitzenfonds eine kurzfristig schlechtere Wertentwicklung in der Praxis unvermeidbar ist. Nur so ist es dem Fondsmanagement überhaupt erst möglich, eine langfristig überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Bewertet man Fonds hingegen nach langfristigen Kriterien, so spielt die kurzfristige Wertentwicklung keine Rolle.

 

 

Selbst Berater begehen oben genannte Fehler

Viele Berater und Broker glauben mit gezieltem Wechseln der Fonds die Rendite steigern zu können und animieren Kunden zu Umschichtungen. Wie oben schon erwähnt gab es jedoch in der ganzen Börsengeschichte bislang noch keine Person, die mit solchen Umschichtungen die durchschnittliche Rendite steigern konnte.

Des Weiteren neigen Berater dazu die Fondsauswahl nach beliebigen Kriterien, rein subjektiven Gründen oder Ratings vorzunehmen. Oft werden Länder- oder Branchenfonds vermittelt, die im unmittelbaren Zeitraum vor der Vermittlung eine deutliche positive Entwicklung aufweisen. Der Kunde kann dann durch solche "aktuelle Referenzen" leicht überzeugt werden.

Die Folge ist zwangsläufig ein häufiger Wechsel der Fondsempfehlung durch den Berater - eben so, wie die aktuellen Ratings gerade ausfallen. Der Verlierer ist dabei eindeutig der Kunde.

 

 

Überschätzung der eigenen Fähigkeiten

Vor allem Menschen mit überdurchschnittlicher Intelligenz glauben eine eigenständige, erfolgreiche Anlagepolitik durchführen zu können. Sie realisieren dabei nicht, dass ganz einfach die Zeit und wichtige Insider-Informationen dafür fehlen.

Den "Ladies von Beardstown" - einem Aktienclub, der aus Frauen mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren besteht - gelang es scheinbar die Börsen-Profis zu schlagen. Die "Ladies" erzielten angeblich 10 Jahre lang jährlich eine Rendite von über 23%. Ein Wirtschaftsprüfer rechnete nach. Es stellte sich heraus, dass die älteren Damen gerade mal 9% pro Jahr erzielt hatten - Sie hatten sich schlicht und einfach in der Buchführung verrechnet. Das ganze geschah in einem Zeitraum als der S&P 500 Index jährlich 18% zulegte.

 

 

Fazit: Wieder einmal ist es im Grunde ganz einfach! Schauen Sie sich die Vergangenheit an. Man sieht, was funktioniert hat und man sieht was nicht funktioniert hat. Wenn Sie die Disziplin nicht aufbringen einem guten Fonds die Treue zu halten, dann werden Sie keinen Erfolg haben, selbst wenn Sie hochintelligent und in Ihrem Fachbereich absolut unschlagbar sind.

 

 

 

 

 

Erfolglose Anleger - © 2012 Gegen-Altersarmut

 

Suchbegriffe: Warum erzielen die meisten Aktienfondsanleger schlechte Resultate?

 

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