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Umschichten

Bringt mir das Switchen meiner Aktienfondsanlage Vorteile?

Bei Aktienfonds begegnet man im Zusammenhang mit der Altersvorsorge fast automatisch immer wieder dem Thema Umschichten (auch "switchen" bzw. "shiften"). Empfehlungen diesbezüglich sollten immer mit besonderer Vorsicht genossen werden, denn es gibt dabei einige gravierende und (zum Teil bewusst) weit verbreitete Denkfehler.

Denkfehler Nr. 1  - Man sollte vor Rentenbeginn in Geldmarkt- oder Rentenfonds umschichten

Möchte man sich später sein Geld komplett auszahlen lassen um es anschließend vollständig "auf den Kopf zu hauen", so kann es durchaus sinnvoll sein nach Erreichen eines gewünschten Guthabens eine Umschichtung vorzunehmen.

Umschichten-Switchen-Shiften

Theoretisch wäre eine Umschichtung auch sinnvoll, wenn der besparte Aktienfonds plötzlich langfristig nicht mehr erfolgreich wäre - was bei den von uns angebotenen Aktienfonds bisher noch nie eingetreten ist. In diesem theoretischen Fall wäre es trotz der anfallenden Abgeltungssteuer sinnvoll eine Umschichtung vorzunehmen. Problem: Wie verlässlich sind Markt-Prognosen von Freunden, Beratern und Medien? Markt-Timing

In der Praxis war das Beibehalten eines bewährten Fonds immer die weitaus bessere Wahl.

Möchte man als Kunde später jedoch eine (lebenslange) Rente beziehen, eignen sich weiterhin konservative gemanagte Aktienfonds hervorragend. Denn im Endeffekt handelt es sich bei jeder Art der Rente nämlich immer um eine langfristige Anlage. Zum Beispiel kann ein Aktienfonds-Sparplan bei Rentenbeginn direkt in einen Entnahmeplan übergehen, aus welchem dann nur monatlich kleine "Häppchen" entnommen werden. zum Beitrag "Entnahmeplan"

Dadurch bleibt das Gesamtkapital auch über den Ansparvorgang hinaus weiterhin langfristig angelegt. Die Frage nach einem "richtigen Einstiegsalter" stellt sich deshalb nicht. Ebenso wenig die nach der Laufzeit und der Notwendigkeit einer garantierten lebenslangen Rente.

Beispiel: In der Ansparphase ist das Kapital 10 Jahre investiert (z.B. von Alter 55 bis 65). Mit Beginn eines anschließenden Entnahmeplans (Auszahlplans) bleibt das Kapital nun weitere z.B. 20 Jahre investiert und wächst dabei sogar noch weiter an. Diese Zeitspanne ist für einen Aktienfonds groß genug. Aus welchem Grund also sollte man plötzlich umschichten? Echte Werte [pdf]

 

Denkfehler Nr. 2 - Eine Rente über die Versicherung ist lukrativ, sicher und konstant

Möchte der Kunde eine lebenslange Rente, so wird bei der fondsgebundenen Lebensversicherung das Fondsvermögen in eine sofortbeginnende private Rentenversicherung umgewandelt. Ab diesem Zeitpunkt investiert er plötzlich langfristig in ein Geldwertprodukt.

Warum erzählen Anbieter von fondsgebundenen Versicherungen man solle langfristig in Sachwerte investieren und machen dann am Schluss genau das Gegenteil von dem, was sie zuvor dem Kunden erzählt haben? Diese Aussagen passen einfach nicht zusammen!

 

Auszug aus den Versicherungsbedingungen:

"In der Ansparphase werden Ihre Beiträge in den von Ihnen bestimmten Investmentfonds (Fondsguthaben) angelegt. [...] Mit diesem Fondsguthaben sind Sie unmittelbar an der Wertentwicklung eines Sondervermögens beteiligt. Das Sondervermögen wird getrennt von unserer allgemeinen Kapitalanlage für nicht fondsgebundene Versicherungen (sonstiges Vermögen) angelegt. [...]

In der Rentenphase erfolgt die Kapitalanlage im sonstigen Vermögen. [...] Die Rentenphase ist die Zeit vom Rentenbeginn bis zum Ende der Rentenzahlung. In der Rentenphase ist das im Versicherungsvertrag vorhandene Kapital vollständig in unserem sonstigen Vermögen angelegt.

Die Übertragung des Fondsguthabens in das sonstige Vermögen erfolgt zum Rentenbeginn."

 
 

 

Richtet man sich als Kunde nach den Aussagen aus der Versicherungsbranche, profitieren vor allem die Versicherungsgesellschaften. Hier sollte Ihnen klar bewusst sein, dass Sie mit "Abschluss" einer sofortbeginnenden Rentenversicherung Ihr gesamtes Kapital gegen das Versprechen einer Rentenzahlung eintauschen.

Für die Versicherungsgesellschaft ist eine lebenslang garantierte Rente übrigens gar kein Risiko, da diese ja problemlos aus den Erträgen der Kapitalanlage des Sparers bezahlt werden kann. Anstelle der Verrentung sollte deshalb unbedingt immer die Kapitalauszahlung gewählt werden, um sich dann über einen echten Fonds-Entnahmeplan seine Rente zu sichern.

Beispiel: Die Versicherungsgesellschaft bezahlt Ihnen eine lebenslang garantierte Rente in Höhe von 4,5% des Gesamtkapitals. Diese Rendite von 4,5% p.a. kann eine Versicherungsgesellschaft jedoch spielend mit Ihrem Gesamtkapital erwirtschaften. Für die Rentenzahlung an Sie muss die Gesellschaft das Gesamtkapital also praktisch gar nicht antasten, sondern lediglich erwirtschaftete "Zinsen" an Sie auszahlen. Hier zeigt erneut das Wort "Garantie" seine anziehende Wirkung und sorgt somit dafür, dass Millionen von Sparern diesem Lockruf folgen.

Natürlich gelten für das Produkt "Sofortbeginnende Rentenversicherung" auch die Nachteile der privaten Rentenversicherung. So wurde z.B. während der Währungsreform 1948 eine aus einer privaten Rentenversicherung ausbezahlte Rente von monatlich 500 Reichsmark auf 125 DM gekürzt. Preise für die Wohnungsmiete usw. blieben jedoch gleich (1:1).

Verträge dieser Art sind aus unserer Sicht in keinster Weise empfehlenswert. Ein großer Teil unserer Internetseite widmet sich deshalb diesem Thema. Die wichtigsten Informationen darüber finden Sie Sie unter nachfolgendem Link. zum Beitrag "Sofortbeginnende Rentenversicherung"

 

Denkfehler Nr. 3 - Kosten- und steuerfreies Umschichten ist grundsätzlich vorteilhaft

Aus welchem Grund sollten nachweisliche Spitzenfonds laufend umgeschichtet werden? Eigenmächtige Umschichtungen von Aktienfonds durch Normalbürger haben bisher nachweislich immer nur Schaden angerichtet. zum Beitrag - "Erfolglose Anleger"

Besparen Sie bisher ein Produkt mit schlechten Fonds ist es natürlich sinnvoll diese (wenn möglich) durch bessere zu ersetzen.

 

Fazit: Wurden gute Fonds bespart um sich später daraus eine monatliche Rente zu gönnen, so waren bisher Umschichtungen völlig unnütz.

Die oben genannten "Denkfehler" dienen letztendlich oft nur zu einem Zweck: Trotz Abschluss einer fondsgebundenen Versicherung soll das Kapital letztendlich in eine sofortbeginnende, private Rentenversicherung fließen. Die Versicherungsgesellschaften kommen dadurch in Besitz der Kundengelder und können nach dem Ableben des Kunden gute "Gewinne" erzielen.

Für den Vermittler ist der Vorteil der fondsgebundenen Versicherungen im Vergleich zum reinen Fondssparplan ganz einfach die Abschlussprovisionneues Fenster. Vorgekaute "Denkfehler" werden deshalb gerne ungeprüft als Verkaufsargumente für fondsgebundene Versicherungen verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

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Umschichten - Bringt mir das Switchen meiner Aktienfondsanlage Vorteile?

 

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