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Man könnte nun glauben, dass der Anleger so in der Lage ist, das Risiko eines Fonds richtig einzuschätzen. Dem ist jedoch nicht so - ganz im Gegenteil: Hochspekulative Technologiefonds befinden sich in der gleichen Risikoklasse wie konservativ gemanagte Aktienfonds. Woran liegt das?
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Zum einen liegt das Problem (wieder einmal) in dem zu kurzfristigen Bewertungszeitraum von 5 Jahren. Es gibt immer wieder Boomphasen, in denen Fonds eine relativ niedrige Schwankungsbreite ('Volatilität') aufweisen. Fonds, welche sich knapp ober- oder unterhalb an der Grenze zu einer anderen Risikoklasse befinden, wechseln deshalb zwischen Risikoklassen hin und her.
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Auf diesen
Sachverhalt wird bei den 'wesentlichen Anlegerinformationen (KID)'
auch hingewiesen. So finden sich bei sorgfältigem
Lesen Sätze wie z.B. (Zitat): "Dieser Risikoindikator beruht auf
historischen Daten; eine Vorhersage künftiger Entwicklungen ist
damit nicht möglich. Die Einstufung des Fonds kann sich künftig
ändern und stellt keine Garantie dar."
Risikoklassen-Wechsel (pdf)![]()
Das eigentliche Problem liegt jedoch darin, dass die Risikoklasse des Fonds ausschließlich aufgrund der Schwankungsbreite ('Volatilität') bestimmt wird. Beim Anleger entsteht der Eindruck, er könne nun das Risiko eines Fonds mit dem eines anderen Fonds vergleichen. Doch weit gefehlt!
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Schwankungsbreite ('Volatilität') und Risiko sind zwei verschiedene Dinge. So gibt z.B. die Volatilität über den langfristigen Trend der Kurse keinen Hinweis. Sie beziffert lediglich die Höhe der Schwankungen um einen Mittelwert. Die Volatilität sagt deshalb nur bedingt etwas darüber aus, ob ein Anleger einen spekulativen oder eher konservativen Fonds bespart. Durch die Fondsauswahl nach Risikoklassen erwischen Anleger somit auch (ungewollt) einen hochspekulativen Technologiefonds.
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Solche Fonds mit enger Ausrichtung auf
eine bestimmte Branche oder 'instabile' Region (Spartenfonds)
sind jedoch grundsätzlich riskanter als global ausgerichtete Fonds.
Spartenfonds
Können Sie sich vorstellen, dass nachfolgende Aktienfonds in den 'wesentlichen Anlegerinformationen (KID)' trotz unterschiedlicher Leistungsbilanzen in der gleichen Risikoklasse eingestuft sind?
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Dagegen hat sich der Carmignac Investissement aus der 'Dotcom-Krise' (2000-2003) relativ schnell erholt. Selbst über die erneute Krise (2008) hinweg hätte sich eine im Jahr 2000 getätigte Einmalzahlung bis 2012 verdoppelt.
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Trotz der enormen Unterschiede (massiver Verlust des 'Allianz' und Gewinn des 'Carmignac') sind beide Fonds aufgrund der Schwankungsbreite ('Volatilität') in der gleichen Risikoklasse zu finden.
Aber auch bei länder- und branchenübergreifenden Fonds untereinander gibt es gewaltige Unterschiede. Diese resultieren aus unterschiedlichen Anlagezielen. So sind manche Fonds bereit für überdurchschnittliches Wachstumspotenzial einen (zu) hohen Preis für Aktien zu bezahlen. Trotz hoher Preise sind solche Fonds fast immer voll in Aktien investiert, womit bereits die Basis für anschließende verheerende Verluste und vor allen Dingen lang währende Talphasen vorprogrammiert ist. Aus diesen Gründen ordnen wir von Gegen-Altersarmut.de solche rein wachstumsorientierte Fonds in den spekulativen Bereich ein und empfehlen diese nicht.
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Am Beispiel 'Metzler Wachstum International' ist zu erkennen, dass auch eine rein auf Wachstum ausgerichtete Anlagestrategie zu Problemen führen kann; selbst dann, wenn länder- und branchenübergreifend angelegt wird.
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Ähnlich dem oben aufgezeigten Beispiel mit dem 'Allianz RCM Informationstechnologie' wäre auch hier eine im Jahr 2000 in den 'Metzler Wachstum International' getätigte Einmalzahlung seit über 12 Jahren durchgehend im Minus gewesen und würde auch lange Zeit einen erheblichen Verlust von über 60% aufweisen. Das ist selbst für disziplinierte Anleger eine nervliche Zerreißprobe.
Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Fonds: Der Carmignac Investissement berücksichtigt neben der Auswahl von wachstumsstarken Trends auch die Stimmung an der Börse. Bei nervöser Stimmung zieht sich der Carmignac Investissement (teilweise) aus dem Aktienmarkt zurück. Durch rechtzeitigen (Teil-) Verkauf gefährdeter Märkte und/oder durch entsprechende Absicherungsgeschäfte werden Kursrückgänge vermindert.
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Zwar könnte der Leser (mit Schwierigkeiten) die erheblichen Unterschiede zwischen scheinbar gleich riskanten Fonds dem Diagramm 'Wertenwicklung in der Vergangenheit' aus den 'wesentlichen Anlegerinformationen (KID)' entnehmen. Doch brisante Zeiträume verschwinden mit jeder jährlichen Aktualisierung des 'KID' nach und nach aus der Bilanz, weil dort nur die letzten 10 Jahre aufgezeigt werden (2001-2011; 2002-2012 usw.).
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Im der Krise 2008 bis 2009 mussten Investoren jedoch feststellen, dass das Guthaben trotz zuvor sehr geringer Volatilität ähnliche Verluste wie bei Aktienfonds erlitt. Für einen Geldmarktfonds eigentlich undenkbar, da hierbei von einem stetigen Ertrag bei geringem Risiko ausgegangen wird. Der Fonds erwarb 'ABS-Papiere' (Asset Backed Securities) welche die Finanzkrise in 2008 mit ausgelöst haben. Die Risiken dieser Papiere waren schon immer deutlich höher als die Volatilität dies vermuten ließ.
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Schwankungsbreite - Volatilität und Risiko sind zwei verschiedene Dinge - © 2012 Gegen-Altersarmut
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